Dieses ist in unserem deutschen Gesundheitssystem aber nicht gewollt, so dass für den Patienten leider oft unnötige Wege sein müssen, um Rezepte "richtlinienkonform" zu erhalten.
Für den verordneten Arzt entstehen hierdurch leider auch oft ein erheblicher Verwaltungsaufwand.
Bei den meisten Verletzungen von Muskeln, Bändern und Gewebe ist es sehr wichtig, dass diese Strukturen sofort in ihrem physiologisch möglichen Bewegungsausmaß bewegt werden. So können sich gar nicht erst irgendwelche Schonmuster oder Ausweichbewegungen etablieren und das neu gebildete Gewebe wird gleich in die Belastungsrichtung strukturiert. Der oberste Grundsatz bei solchen Verletzungen lautet:
“Bewegen aber nicht Belasten“.
Dieses sieht man auch an den veränderten Behandlungsansätzen von Knochenbrüchen. Hat man früher z.B. Patienten nach einem Beinbruch mit einem Gips versehen, so ist dieses heute fast ganz aus dem Straßenbild verschwunden.
Knochenbrüche werden heutzutage überwiegend operativ versorgt. Somit sind sie fast immer unmittelbar nach der OP übungsstabil und man kann gleich anfangen ohne Belastung zu bewegen.
Das liegt unter anderem daran, dass man festgestellt hat, die Folgen der Ruhigstellung sind oft schwerwiegender, als die eigentliche Verletzung. Eine Ruhigstellung ist im Prinzip nur bei Brüchen von Knochen erforderlich.